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Strauchelnde Unternehmensgruppe bricht finanzielle Zusagen

Ziehen Cengiz Ehliz und Wee nun auch die Tölzer Löwen mit in die Tiefe?

Dienstag, 16 Februar 2021 23:24
Geht Wee nun unter und reißen Cengiz Ehliz und Michael Scheibe (Cooinx) auch die Tölzer Löwen mit in die Tiefe? Geht Wee nun unter und reißen Cengiz Ehliz und Michael Scheibe (Cooinx) auch die Tölzer Löwen mit in die Tiefe? Quelle: Kevin Massoth

Bad Tölz - Der bayerische Eishockey-Zweitligist, die Tölzer Löwen, wurden anscheinend von ihrem Schweizer Hauptsponsor WeeConomy im Stich gelassen. Wir berichteten bereits über die nebulösen Machenschaften des türkischstämmigen Unternehmers Cengiz Ehliz und die anhaltenden Mißstände rund um die Wee-Unternehmensgruppe.

Der ständig von ‘Visionen’ verfolgte Kaufmann Cengiz Ehliz wurde 2020 wegen des Vorwurfs des Betruges zu 40 Monaten Haft in Belgien verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und der Pressesprecher von Wee, Herr Tilmann Meuser, war stets bemüht, die Auswirkungen des Urteils auf die Wee Unternehmensstruktur zu relativieren. Doch auch Tilmann Meuser wurde inzwischen entlassen.

Dass es dem Unternehmen trotz anderweitiger Verlautbarungen nicht sonderlich gut geht, beweisen abseits des Insolvenzverfahrens der WeeBusiness GmbH in München nun auch die ausbleibenden Zahlungen an den Tölzer Eishockey-Verein. Fast eine halbe Millionen Euro schuldet der Schweizer Hauptsponsor Wee (Swiss Fintec Invest AG) inzwischen dem Zweitligisten für die laufende Saison. Wann und ob das Geld fließen soll, bleibt weiter unklar. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (www.sueddeutsche.de/sport/eishockey-bibbernde-loewen-1.5206931!amp) berichtet, dass Cengiz Ehliz mit seinem Wort für das Geld einstehe und sogar eine persönliche Patronatserklärung dafür abgegeben habe.

Das Eishockeystadion in Bad Tölz trägt den Namen Wee Arena, nur das Wee-Bezahlsystem und die digitale Wee-Währung, welche das Bargeld ablösen sollte, funktionieren auch Jahre nach der Installation in dem Stadion immer noch nicht. Die Geduld der Löwen scheint zumindest aufgebraucht und das Vertrauen in den in Bad Tölz geborenen Geschäftsmann Ehliz erscheint schwer erschüttert.

Der Geschäftsführer der Löwen, Christian Donbeck ist sauer und ließ verkünden, man lasse sich nicht länger mit leeren Versprechungen von Wee hinhalten. Christian Donbeck nahm inzwischen seinen Hut. Es wird kolportiert, dass Cengiz Ehliz beim Tölzer Eishockeyclub persönlich intervenierte, um die schmachvollen Äußerungen Donbecks in den Medien zu sanktionieren. Aber ähnlich äußerte sich auch der Wirtschaftsbeirat des Tölzer Eissport-Vereins und forderte Wee und Cengiz Ehliz dazu auf, endlich zu ihren Versprechungen gegenüber dem Eishockey Verein zu stehen.

Die Tölzer Löwen sind nicht der einzige Eissport-Verein, der auf zugesagte Sponsorengelder von Wee vergeblich wartet. Auch die Lausitzer Füchse glaubten den Versprechubgen des Dauervisionär Ehliz und benannten die Eisarena in Weißwasser vorsorglich in “Wee-Arena” um. Sowohl der Oberbürgermeister von Weißwasser, Torsten Pötzsch als auch der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse, Dirk Rohrbach, feierten noch 2019 den Deal mit Ehliz und Wee. Bis 2024 sollten ganze 800.000 Euro in Weißwasser und die dortigen Einzelhändler durch das in der Schweiz ansässige Wee Unternehmen fließen. Bis heute kam von dem versprochenen Geld jedoch nichts an.

Schuld an der Situation hat laut Leo Schrutt, Verwaltungsratspräsident des Schweizer WeeConomy Unternehmens, die Corona Pandemie. Eine Ausrede, die so kaum nachvollziehbar ist, erleben andere Anbieter von Kryptowährungen und bargeldlosen Bezahlsystemen gerade jetzt einen enormen Zuwachs. Wohl nutzen alle diese Anbieter die Pandemie als Chance anders Wee.

Auch die Insolvenz des bayerischen WeeBusiness Ablegers sei notwendig, ja sogar geplant gewesen, behauptet die Unternehmensführung. Ein bisher nicht näher beschriebenes und sehr intransparentes 'Restrukturierungsprogramm', so kündigt es Verwaltungsratspräsident Leo Schrutt an, soll Wee für die Zukunft neu aufstellen.

Die Vereine wie die Tölzer Löwen oder die Lausitzer Füchse jedoch sollen weiter auf ihr Geld warten. Wie lange möchte bei Wee niemand versprechen, nur dass im neuen 'Restrukturierungsprogramm', die Zusagen gegenüber den Vereinen keine Priorität haben. Bei der Suche nach neuen Sponsoren für die Zukunft kann man den Löwen und Füchsen nur ein besseres Händchen wünschen als bei Wee.

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