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Ralf Schodlok hofft auf Imagegewinn

Wiesbaden: ESWE Versorgungs AG sorgt mitten in der Corona-Krise für Geldregen

Samstag, 22 August 2020 22:15

Wiesbaden - Soziale Marktwirtschaft heißt im Wesentlichen Privatwirtschaft. Trotzdem beteiligen sich auf allen Ebenen immer wieder Gebietskörperschaften des Staates an bedeutenden Unternehmen: So ist etwa das Land Niedersachsen zu 20 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt. Eine Zusammenarbeit, die sich bislang sowohl für das Bundesland als auch für den Automobilhersteller ausgezahlt haben dürfte.

ESWE steigert Umsatz und Gewinn

Auch die Stadt Wiesbaden ist an lokalen Unternehmen beteiligt und bei der ESWE Versorgungs AG sogar Mehrheitsaktionär. Das beschert der Stadt nun mitten in der teuren Corona-Krise einen Geldregen, denn die ESWE blickt auf ein überaus erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. So sind die Umsatzerlöse 2019 mit 408,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent gestiegen. 45,7 Millionen konnten als Gewinn vor Steuern erzielt werden – 2,2 Millionen mehr als 2018. Für die Stadt Wiesbaden gab es daher als Mehrheitsaktionär eine Ausschüttung von 26 Millionen Euro.

Premium-Sponsoring des VC Wiesbaden bleibt erhalten

„Wie gut ein Unternehmen aufgestellt ist, zeigt sich oft erst in Krisenzeiten“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der ESWE Versorgungs AG Ralf Schodlok stolz gegenüber der IHK Wiesbaden. Bei diesem Ergebnis ist es kein Wunder, dass die ESWE auch ihr gesellschaftliches Engagement im kommenden Jahr beibehalten möchte. So bleibt man auch für die Saison 2020/2021 „Platin-Partner“ des Volleyballvereins VC Wiesbaden. „Die Leidenschaft und Energie, mit der beim VCW gearbeitet wird, unterstützen wir gerne auch in der kommenden Spielzeit als Platin-Partner.“, so Schodlok.

Taunuskamm-Windräder gefährden Image und Renommee der ESWE in der Stadt

Doch zwischen ESWE und Stadtgesellschaft läuft es nicht immer so harmonisch: Da wäre etwa der jahrelange Rechtsstreit zwischen der Tochterfirma ESWE Taunuswind GmbH und Anwohnern, die sich gegen die Umzingelung von Wiesbaden mit Windkraftanlagen ausgerechnet in einem Trinkwasserschutzgebiet, in dem geschützte Wanderfalken leben, wehren. Das Verwaltungsgericht hat in einer hochumstrittenen und im Ergebnis wohl nicht sehr überzeugenden Entscheidung nun erstmal der ESWE Recht gegeben. Die windkraftkritische Initiative „Rettet den Taunuskamm e.V.“ schäumt vor Wut, kritisiert den Präsidenten des Verwaltungsgerichts Günter Wiegand scharf und wird den Rechtsstreit fortsetzen. Für die ESWE droht all das zur Gefahr fürs positive Image zu werden: Denn Geld allein macht eben auch in Wiesbaden nicht glücklich.

Letzte Änderung am Samstag, 22 August 2020 22:20
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