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Wee.Com, einst Aktie, nun vom Netz genommen - Cengiz Ehliz wittert Sabotage

Donnerstag, 14 Januar 2021 22:49
Wee.Com, einst Aktie, nun vom Netz genommen - Cengiz Ehliz wittert Sabotage Quelle: Kevin Massoth

München - Bei Cengiz Ehliz und dessen seltsamen Unternehmungen rund ums so genannte wee.com wird’s immer skurriler. Eine gescheiterte Vision jagt die nächste, aus dem Krisenjahr 2020 hat der Dauervisionär Cengiz Ehliz offensichtlich nichts gelernt.

Anders kann man sich die neuen Verlautbarungen rund um den dubiosen Unternehmer und seine marode Wee-Gruppe kaum erklären. 2020 war das Jahr, in dem Cengiz Ehliz zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Betruges verurteilt wurde und die WeeBusiness GmbH mit Sitz in München Insolvenz anmelden musste.

Jetzt im neuen Jahr 2021 der nächste Paukenschlag: Die Internetseite des ‘revolutionären’ Bezahlsystems ‘Wee’ ist vom Netz genommen, die Server des Bezahlsystems und der dafür notwendigen App sind nicht mehr erreichbar.

Das Cashback-System ist damit wohl gestorben und etwaige Lesegeräte für die Einzelhändler des Cashback-Wunders zu teurem Metallschrott geworden. Ein bodenloses Loch für Anleger und Unternehmer, die sich tatsächlich einen Gewinn von ihrer Investition in Wee erhofft hatten, bahnt sich an. Wahrscheinlich hat der Insolvenzverwalter der WeeBusiness GmbH auch hier nun den Stecker gezogen und den finalen Sargnagel in das Unternehmen gehauen. So zumindest sehen es Marktbeobachter. Richard Schaurich, CSU-Urgestein und enger Geschäftsfreund zum Starnberger Cengiz Ehliz, hatte ja noch rechtzeitig vor der Insolvenzanmeldung die Geschäftsführung von Ehliz übernommen.

Wer nun jedoch glaubt, dass die Dauervisionen von Cengiz Ehliz endlich ein Ende gefunden hätten, der irrt sich womöglich gewaltig. Bereits für den 16.01.2021 lädt der Mann, der Unternehmen und Visionen wohl wie am Fließband (FlexCom, WeeCONOMY, Tivibo und viele andere mehr) produziert, zur nächsten großen Wee Kick Off Veranstaltung ein. Was er diesmal den leichtgläubigen Investoren für Geschäftsmodelle verkaufen will, ist noch nicht klar.

Das letzte Vorzeigeprojekt des gescheiterten Bezahlsystems ist “WeeSports”. Dessen Geschäftsmodell klingt wie ein lauwarmer Aufguss des bereits gescheiterten Wee Bezahlsystems, die einzige Neuerung: zusätzlich zum Einzelhandel soll in Stadien und Arenen mit dem Wee Cashback-System bezahlt werden. Dafür hat sich Cengiz Ehliz bereits als wohltätiger Spender positioniert und die Tölzer Löwen, eine Zweitliga Eishockey Mannschaft aus Bad Tölz, für sein Vorhaben gewonnen. Das in „Wee-Arena” umbenannte Stadion in Bad Tölz sollte als Pilotprojekt für WeeSports herhalten. Nur gibt es auch hier bereits die ersten Warnsignale, das Bezahlsystem in der Arena läuft nämlich auch nach zwei Jahren anscheinend immer noch nicht rund. Es liegen Fotos vor, auf denen sichtbar wird, dass die Schalter des Wee Unternehmens in der Arena geschlossen und die Automaten für das Bezahlsystems nicht einmal angeschlossen sind. Laut Aussagen ist den Besuchern der Arena das System Wee zudem kaum bekannt.

Auf Vollgas läuft allerdings wie gewohnt die Werbemaschine und verbreitet Hochglanz, Bilder und Flyer von der angeblich bahnbrechenden neuen Idee des Dauervisonärs.

Christian Donbeck, Geschäftsführer der Tölzer Eissport GmbH sieht sich und das Team der Tölzer Löwen durch die Insolvenz und krugen Geschäftspraktiken des Schirmherren Ehliz jedoch nicht betroffen, der Ansprechpartner für sie sei weiterhin die in der Schweiz ansässige weeConomy AG, ein weiteres Zweigunternehmen von Cengiz Ehliz, dass zu seinem Wee Firmen-Konglomerat gehört.

Ob 2021 nun also für Wee ein echter Neuanfang sein wird, kann bezweifelt werden. Aus den Fehlern der Vergangenheit hat zumindest der Gründer Ehliz nichts gelernt. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest der ein oder andere Investor sich für das neue Jahr vorgenommen hat, die Unternehmen, denen er sein Geld anvertraut, genauer unter die Lupe zu nehmen.

Am Rande sei noch bemerkt, dass sich Dr. Leo Schrutt (Swiss Fintec Invest AG, früher wee.com) und Cengiz Ehliz vom langjährigen PR-Strategen Tilmann Meuser trennten. Meuser habe, so heißt es aus dem Unternehmen, den Ansprüchen des Unternehmenspatriarchen nicht mehr gerecht werden können. Tilmann Meuser sei überhaupt erst ein Grund, dass Cengiz Ehliz nun so in Schieflage geriet.

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