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Berlin - Der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag Sebastian Münzenmaier (AfD) bietet auf seiner Homepage einen Ratgeber für die Betroffenen der Insolvenz von Thomas Cook an (https://www.sebastian-muenzenmaier.de/thomas-cook-pleite-ratgeber). Als am 23. September 2019 das seit Jahren strauchelnde Reise-Traditionsunternehmen seinen Geschäftsbetrieb einstellen musste, traf dies hunderttausende Touristen im Ausland und natürlich auch diejenigen, die bereits eine Reise gebucht, aber noch nicht angetreten hatten.

Bochum - Sein Fall war symptomatisch für das Versagen des deutschen Rechtssystems im Kampf gegen Islamismus und illegale Einwanderung: Ausgerechnet Sami A., einst Leibwächter von Terrorfürst Osama Bin Laden, lebte jahrelang in NRW und bezog dort zuletzt knapp 1200 Euro Sozialleistungen pro Monat – und das, obwohl sein offenkundig aussichtsloser Asylantrag längst abgelehnt war und er als erhebliches Sicherheitsrisiko eingestuft wurde. Der Grund: In Tunesien, der Heimat von Sami A., drohten ihm möglicherweise Folter und Erniedrigungen. Auch das ein Paradebeispiel dafür, dass die vielgepriesenen Menschenrechte von Gefährdern offenbar mehr zählen, als die Menschenrechte potentieller Opfer derselbigen hier in Deutschland.

Mainz - "Es gibt - kein Recht - auf Nazi-Propaganda", dröhnen die grob achtzig Jugendlichen unter dem Banner der Linksjugend. "Nazis raus! Nazis raus!" - so die Erwiderung der ungefährhundert "Merkel muss weg"-Demonstranten. Ja, richtig gelesen! "Sowas finde ich immer cool, wenn man denen ihre eigenen Parolen zurückschleudert", freut sich die blonde Rebecca Schwester* aus Mainz, von ihren Freunden "Becky-Vierecki" genannt. "Die sind dann immer so geil sprachlos!" Die lustige Endzwanzigerin feixt. Tatsächlich: Einigen der linken Gegendemonstranten in der ersten Reihe hat es die Sprache verschlagen. Möglicherweise setzt bei ihnen aber auch die Nachdenklichkeit ein. Derweil versucht der Initiator der Mainzer Montagsdemo - Anfang dreißig, kurzer roter Wikingerbart - ein paar Regeln zu verdeutlichen: Keine Gewaltanwendung, keine Pyrotechnik, keine "Dinge, die an die Zeit zwischen 1933 und 1945 erinnern" und kein Alkohol. "Diese Islamisierung aber auch! Jetzt dürfen wir nichtmal auf einer rechten Demo Alkohol trinken", witzelt ein Mitglied der Mainzer AfD in der vorderen Reihe.

Mainz - Der Spitzenkandidat der AfD Rheinland-Pfalz gilt als jugendliches Zugpferd. Neueste Umfragen sehen seinen Landesverband bei 11 Prozent zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag - obwohl die Kandidatur des gebürtigen Südpfälzers von einem Gerichtsprozess überschattet wird. Engere Parteifreunde bewundern Ausdauer und Besonnenheit  an ihm. Auch wenn er sich keinem der bestehenden Parteiflügeln zuordnen lässt, gilt er als Vertreter einer neuen rechtsliberalen Stoßrichtung.

Mainz - Sebastian Münzenmaier gilt in der AfD als echter Hoffnungsträger. Alle Flügel der Partei konnten sich bislang in dem talentierten jungen Mann wiederfinden. Der AfD in Rheinland-Pfalz und Hessen sind Positionen wie die des Parteirechtsaussen Björn Höcke (Thüringen) zu extrem. Münzenmaier sollte zum politischen Gegenentwurf aufgebaut werden. Das erhoffte sich auch Alice Weidel, Spitzenkandidatin der AfD zur Bundestagswahl 2017.

Nun droht eine fünf Jahre zurückliegende womögliche Jugendsünde Münzenmaier einzuholen. HESSEN DEPESCHE sprach mit Sebastian Münzenmaier.

Mainz - Es war ein Paukenschlag als Anfang März 2017 der erst 27 Jahre alte Sebastian Münzenmaier auf dem Landesparteitag der AfD in Bingen bereits im ersten Wahlgang deutlich zum Spitzenkandidaten der Partei in Rheinland-Pfalz gewählt wurde. Beobachter hatten zuvor mit einem Schlagabtausch zwischen der von Uwe Junge protegierten Nicole Höchst und der vor allem im Süden starken, innerparteilich allerdings ebenfalls nicht unumstrittenen Christiane Christen gerechnet.