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München – Im ersten Halbjahr dieses Jahres lieferten die mehr als 1,7 Millionen deutschen Photovoltaikanlagen rund 24,5 Milliarden Kilowattstunden Strom und sicherten damit rund acht Prozent des nationalen Stromverbrauchs. Insbesondere die sonnigen Juni-Tage bescherten einen neuen Solarstromrekord. Die 24,5 Milliarden Kilowattstunden ökologisch sauberen Stroms entsprechen im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von etwa vier Prozent. Mit dieser Solarstrommenge lässt sich rechnerisch der Jahresbedarf von sieben Millionen Drei-Personen-Haushalten decken. Dass die Solarenergie fast acht Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland ausmacht, trägt in erheblichem Maße zur Eindämmung des schmutzigen, weil klimaschädlichen Kohlestroms bei. Für Carsten Körnig, den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, ist diese Entwicklung natürlich positiv zu bewerten, aber kein Grund für Selbstzufriedenheit. Vielmehr nimmt er die Politik in die Pflicht: „Der neue Solarstromrekord darf nicht davon ablenken, dass es für die Bundesregierung höchste Zeit zum Handeln ist: Das ganze Klimakabinett weiß, dass wir in den ersten Monaten des nächsten Jahres auf einen herben Einbruch des Solarausbaus zusteuern, wenn nicht endlich der nahende Förderstopp für Solardächer beseitigt wird. Die Bundesregierung kann ihre Klimaziele nur mit der Vervielfachung und Entfesselung der Solarenergie erreichen.“

Berlin - Vor wenigen Tagen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch als große Klima-Visionärin präsentiert, als sie auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau von der Dekarbonisierung der Wirtschaft schwadronierte. Bis zum Ende des laufenden Jahrhunderts solle die Wirtschaft ganz auf CO2-Emissionen verzichten. Innenpolitisch bzw. innerparteilich gibt sich Merkel in dieser Frage weniger mutig. So hat sie auch ihren Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit seinem Vorschlag nach einer Klima-Abgabe für alte Kohlekraftwerke im Regen stehen lassen.