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HESSEN DEPESCHE

HESSEN DEPESCHE

Wiesbaden - Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Wiesbaden, Sabine Meder, hat im IHK Magazin „Hessische Wirtschaft“ die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert. Man könne im Kampf gegen Corona „nicht nur auf den nächsten Lockdown und immer wieder neue Verschärfungen setzen“, so die Wirtschaftsfunktionärin wörtlich. Es sei schon längst 5 nach 12 für die „verlorene Generation“ von Schülern, die nicht in die Schule dürften, für zahlreiche Unternehmer am Rande der Pleite und Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren hätten oder seit Monaten in Kurzarbeit seien.

Berlin – Von den im Bundestag vertretenen Parteien positionieren sich nur die FDP und AfD klar gegen den fast endlosen Lockdown, den Angela Merkel dem Land verordnet. Grüne und Linke denken nicht daran, eine echte Oppositionsrolle gegen die Corona-Politik der Kanzlerin einzunehmen, sondern geben ihr mit kosmetischen Korrekturforderungen eher noch Flankenschutz. Umso mehr können sich die Freien Demokraten von ihnen absetzen, was mit steigenden Umfragewerten belohnt wird. Parteichef Christian Lindner kann sich gerade nicht über fehlende Medienpräsenz beschweren. Selbst in den Talkrunden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der sich in der Corona-Krise zunehmend als unkritischer Regierungsfunk erwiesen hat, darf er relativ häufig seine Positionen zum Impf-Desaster und zur Lockdown-Fixierung der schwarz-roten Koalitionäre vortragen. Im Vorfeld des jüngsten Spitzentreffens Angela Merkels mit den Ministerpräsidenten verlangte er von den Akteuren, endlich schlüssige Regeln für eine Öffnung von Handel und Bildungseinrichtungen vorzulegen: „Die Bundesregierung lässt jede Perspektive vermissen, wie sie gesellschaftliches Leben wieder öffnen möchte. Die nationale Kraftanstrengung darf nicht länger nur darin liegen, Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft möglichst lange geschlossen zu halten.“ Notwendig sei ein bundesweit transparenter Rahmen mit „Wenn-Dann-Regeln“, die dem regionalen Infektionsgeschehen Rechnung trügen. Während Christian Lindner seine Forderungen betont nüchtern ohne jeden Anflug von Schärfe vorträgt, ist sein Parteifreund Wolfgang Kubicki eher für die Abteilung Attacke zuständig.

München - Bei Cengiz Ehliz und dessen seltsamen Unternehmungen rund ums so genannte wee.com wird’s immer skurriler. Eine gescheiterte Vision jagt die nächste, aus dem Krisenjahr 2020 hat der Dauervisionär Cengiz Ehliz offensichtlich nichts gelernt.

Rodgau - Not macht erfinderisch, aber nicht nur Not, sondern vielmehr die Abwesenheit von Alternativen. 2018 entschied sich die 28-jährige Rodgauer Unternehmerin Alexandra Kretschmer-Blumenberg dazu, sich eine eigene Alternative zu schaffen und investierte in eine nachhaltige Waschanlage im Industriegebiet des Rodgauer Stadtteils Weiskirchen. Dabei war das Unterfangen für Alexandra keinesfalls alternativlos, die junge Unternehmerin studiert Jura und sieht auch ihre berufliche Zukunft weiter im juristischen Bereich.

München - Die Flut an schlechten Nachrichten rund um das Wee-Universum und den dahinterstehenden Visionär Cengiz Ehliz bricht nicht ab. Vor kurzem berichteten wir noch über die Verurteilung von Cengiz Ehliz wegen Betruges in Belgien und die Insolvenz der Münchener Gesellschaft WeeBusiness GmbH. (https://hessendepesche.de/wirtschaft/nun-kam-auch-das-ende-der-weepayment-ag-für-dauervisionär-cengiz-ehliz.html).

Berlin - Bundesweit waren schon aussichtsreiche Klagen gegen das Verkaufs- und teilweise sogar Mitführ- und Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern anhängig, als Innenminister Horst Seehofer (CSU) in der letzten Sekunde die Reißleine zog und die „Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz“ dergestalt änderte, dass im Jahr 2020 auch nach ihr zumindest ein Verkaufsverbot für Feuerwerk der Kategorien F1 (Wunderkerzen und ähnliches) und F2 (handelsübliche Böller und Raketen) vorgesehen war. Nur wenige Tage später kippte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht als erstes deutsches Gericht dann das dort herrschende, besonders strenge Mitführ- und Abbrennverbot und ließ wenig Zweifel daran erkennen, dass dieses Schicksal auch dem Verkaufsverbot gedroht hätte, wäre nicht die Änderung der „SprengV“ erfolgt.

Groß-Zimmern – Mitglied der CDU wurde Manfred Pentz im Jahr 1995 durch ungewollte Schützenhilfe linker Lehrer. Die wollten den Jugendlichen nämlich zu ihrer Ideologie bekehren, erreichten aber das Gegenteil. Pentz erzählt diese Episode mit einem gewissen Augenzwinkern: „Zum ersten Mal in Kontakt mit der CDU kam ich in der Schule, als wir über Bildung diskutiert haben und zwei meiner damaligen Lehrer mich davon überzeugen wollten, dass die PDS/Linke die richtige Politik macht.“

München - Noch 2019 feierte die CSU in Bayerns Landeshauptstadt München den türkischstämmigen Vielversprecher Cengiz Ehliz als “Unternehmer des Jahres” (Wir berichteten: https://hessendepesche.de/wirtschaft/cengiz-ehliz,-die-weebusiness-gmbh-und-der-seltsame-preis-zum-bunten-ball-der-csu-münchen.html) und überreichte ihm eine von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterschriebene Urkunde für seine ‘Vision’ eines Cashback-Systems. Jetzt soll der selbsternannte Visionär für mehr als 3 Jahre ins Gefängnis. Im Februar 2020 verurteilte ihn ein Gericht und drei weitere ehemalige Geschäftspartner von Ehliz in Belgien wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Beteiligung an einer "internationalen kriminellen Vereinigung" zu jeweils 30–40 Monaten Haftstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und Ehliz kündigte bereits an, in Berufung zu gehen.

Seligenstadt – Geld für die Erkundung einer möglichen Mountainbike-Strecke vermisst die CDU-Fraktion in der Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung im Entwurf des städtischen Haushalts für 2021. In einem Änderungsantrag fordert die Union daher, 25.000 Euro für diesen Zweck bereit zu stellen.