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CDU sieht Weichen für bessere Umfeldgestaltung des Bahnhofs gestellt

Offenbach am Main: CDU-Fraktionschef Roland Walter lehnt SPD-Forderung nach Kauf des Hauptbahnhofs ab

Mittwoch, 24 Mai 2017 20:43
Roland Walter (CDU) Roland Walter (CDU) Quelle: Roland Walter, Facebook

Offenbach am Main - Alle Offenbacher wären erfreut, wenn der Hauptbahnhof wieder in altem Glanz erstrahlen und seiner Funktion als Verkehrsknotenpunkt gerecht würde, ist CDU-Fraktionschef Roland Walter überzeugt. Mit substanzlosen, weil finanziell nicht untersetzten Forderungen nach einem städtischen Kauf des Gebäudes sei aber niemandem geholfen.

Diese Worte hat der Christdemokrat an die Adresse der SPD-Fraktion in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung gerichtet. Deren Vertreterin Ulla Peppler hat sich unlängst darüber empört, dass die Deutsche Bahn keinerlei Mittel für die Sanierung des Offenbacher Hauptbahnhofs bereitstellt. Zwar will das Unternehmen in den Jahren von 2017 bis 2021 in Hessen rund 530 Millionen Euro für die Sanierung von Bahnhöfen aufwenden. Aber davon werden Bickenbach, Darmstadt-Eberstadt, Stockstadt, Gernsheim, Biebesheim, Raunheim, Weiterstadt und Biblis profitieren.

Für den Fall, dass sich die Bahn weiterhin der Sanierung des Offenbacher Hauptbahnhofs verweigert, brachte die SPD dessen Kauf durch die Stadt ins Spiel. Ulla Peppler ermahnte die Deutsche Bahn: „Entweder sie investiert endlich, oder sie verkauft den Hauptbahnhof konsequenterweise an die Stadt Offenbach.“ Eines ginge jedenfalls gar nicht: „Den Hauptbahnhof nicht an die Stadt zu verkaufen, dann aber nicht in ihn zu investieren.“

Der CDU-Fraktionschef unterstellt der SPD, „wohl wider besseren Wissens populistische Forderungen aufzustellen, ohne sich Gedanken über die aktuelle Beschlusslage zu machen und schon gar nicht über eine Finanzierung ihres Wunschkonzerts nachzudenken“.

Nach Walters Worten hat die Koalition schon in den ersten Monaten ihres Bestehens erreicht, „dass für den Hauptbahnhof und seine Umgebung erste Weichen für eine erfolgversprechende Zukunft gestellt wurden“. Bereits im Juni 2016 beschloss das Stadtparlament einen Rahmenplan für das Gebiet als städtebauliches Entwicklungskonzept (HEGISS). Darauf aufbauend fasste die Stadtverordnetenversammlung im März 2017 einen Grundsatzbeschluss „zur Umfeldgestaltung rund um denHauptbahnhof Offenbach als Grundlage für zu führende Verhandlungen mit der Deutschen Bahn“. Walter erklärt, dass darin die Gesamtkosten auf etwa 10,5 Millionen Euro geschätzt würden, von welchen rund 66 Prozent durch HEGISS-Zuschüsse finanziert werden sollten. Unter anderem seien als „Entwicklungsziele für den Hauptbahnhof die Verbesserung verkehrlicher Anbindungen und Verknüpfungen, barrierefreie Erschließung der Bahnsteige sowie die Sanierung und Nachnutzung des Empfangsgebäudes mit einem Mehrwert für das Quartier“ vorgegeben.
Roland Walter erinnert die Sozialdemokraten daran, dass sie beide Beschlüsse mitgetragen haben.

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