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Verkehrsgutachten bestätigt Vorbehalte der UWG

Mainhausen: Recyclingzentrum der Firma Höfling verursacht zuviel Verkehr

Freitag, 18 September 2020 09:49

Mainhausen - Schon vor einiger Zeit hat die Gemeindevertretung der Gemeinde Mainhausen den Grundsatzbeschluß gefaßt, der Firma Höfling zu erlauben, das Recyclingzentrum vom derzeitigen Standort am Ostring im Industriegebiet in die ehemalige Sandgrube an der L3065 Richtung Babenhausen zu verlegen. Als einzige Fraktion in der Gemeindevertretung hat seinerzeit die UWG Mainhausen gegen diese Pläne gestimmt, weil sie eine deutliche Zunahme der Verkehrsbelastung an der Babenhäuser Straße befürchtete.

Mittlerweile wurde das Verkehrsgutachten, das bereits 2018 erstellt wurde, endlich auch den Gemeindevertretern zugänglich gemacht, und die UWG sieht nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Gerald Wißler ihre Vorbehalte bestätigt.
Während SPD und CDU aufgrund der Textes der Zusammenfassung des Verkehrsgutachtens nur von einem geringen Verkehrszuwachs ausgehen (1-4,5 Prozent), habe die UWG alle vorliegenden Daten analysiert:
Am derzeitigen Standort des Recyclingzentrums fährt nur ein kleiner Teil des Zubringerverkehrs aus Richtung Babenhausen kommend über die Babenhäuser Straße durch Zellhausen, der überwiegende Teil des Verkehrs kommt von der Richtung Hiller-Kreuzung oder biegt aus Richtung Seligenstadt kommend an der Turnhalle ab.

Am geplanten Standort werden sich diese Verhältnisse umkehren, d.h. die Fahrzeuge aus Babenhausen fahren gar nicht mehr durch Zellhausen, dafür aber alle anderen Fahrzeuge.
An einem durchschnittlichen Werktag fahren derzeit zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr 17 LKW über die Babenhäuser Straße Richtung Recyclingzentrum.
Durch die Verlegung erhöht sich diese Zahl auf 22 Fahrzeuge.

Eine weiter Steigerung kann sich dadurch ergeben, daß am neuen Standort weitaus höhere Kapazitäten möglich sind. Derzeit setzen beide Standorte zusammen 70.000 Tonnen der verschiedensten Materialien im Jahr um. Wenn die beiden Standorte an der Sandgrube zusammengefaßt werden, ist eine Menge von 305.000 Tonnen im Jahr schon genehmigt. Im schlimmsten Fall könnte sich die Zahl der Transporte mehr als vervierfachen auf 47 LKW innerhalb des untersuchten Zeitraums zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr.
Für die UWG sei das, so Wißler, unzumutbar. Dabei sei in der ganzen Verkehrsuntersuchung noch nicht einmal berücksichtigt, wie stark der Verkehr zunehme durch das geplante Neubaugebiet in Zellhausen. Daher bekräftigte Wißler noch einmal die Forderung der UWG nach einem Autobahnanschluß an die L3065 verbunden mit einem Durchfahrverbot für LKW durch Zellhausen.

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