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Hat die Gemeinde schlecht gewirtschaftet?

Mainhausen: UWG sieht finanzielles Desaster im Neubaugebiet Mainfächer

Montag, 28 September 2020 21:19

Mainhausen - Eine finanzielle Zwischenbilanz für die Gemeinde Mainhausen beim Neubaugebiet Mainfächer im Ortsteil Mainflingen hat die örtliche Wählergemeinschaft UWG gezogen.

Im Rahmen des städtebaulichen Vertrages zur Entwicklung des Baugebietes mit der Firma Aurelis erhielt die Gemeinde bisher 1.600.000 Euro Baukostenzuschuß für die neue Kita sowie knapp 340.000 Euro für Wasser- und Abwasserbeiträge. Dazu kommen noch 350.000 Euro für den geplanten Kreisverkehr zur Anbindung von Brüder-Grimm-Straße und Klein-Welzheimer-straße an das Baugebiet sowie die Umgestaltung der Bushaltestellen. Alles zusammen erhält die Gemeinde damit 2.290.000 Euro, eine Summe die die SPD in der Vergangenheit wiederholt als großen Erfolg bezeichnet hatte, der dem Verhandlungsgeschick ihrer Mandatsträger zu verdanken sei.

Die UWG, die seinerzeit gegen den städtebaulichen Vertrag mit der Firma Aurelis gestimmt hatte, hat jetzt ihre eigene Rechnung vorgelegt. Nach Angaben des UWG-Bürgermeisterkandidaten Gerald Wißler habe die Gemeinde selbst ein Grundstück mit ca. 2.200m2 in das Baugebiet eingebracht. Bei einer normalen Umlegung, d.h. ohne städtebaulichen Vertrag, hätte die Gemeinde damit ein Baugrundstück mit 1.840m2 erhalten, das sie selbst hätte verkaufen können. Bei den derzeitigen Grundstückspreisen von bis zu 700 Euro/m2 hätte die Gemeinde allein damit Einnahmen in Höhe von 1.288.000 Euro erzielen können.

Die noch nicht einmal geplante Kita im Mainfächer verursacht zusammen 270.000 Euro an Zusatzkosten (170.000 Euro für den vierjährigen Mietvertrag für das Kilianushaus + 100.000 Euro an Umbaukosten).

Wenn man die entgangenen Einnahmen und die ungeplanten Zusatzkosten von der Zahlung durch Aurelis abzieht, erhält die Gemeinde netto gerade mal 732.000 Euro. Damit müsse sie, so Wißler, nicht nur den Kreisel und die Umgestaltung der Bushaltestellen finanzieren, sondern eine komplette Kita errichten. Allein die Kosten für die Kita schätzt Gerald Wißler auf 2-4 Millionen Euro, je nachdem, wie hoch die Zusatzkosten der mehrgeschossigen Bauweise wegen des zu kleinen Grundstücks werden. Alles in allem werde die Gemeinde aufgrund des schlecht verhandelten städtebaulichen Vertrages einen Verlust von 2-3 Millionen Euro machen.

Andere Gemeinden, so Wißler zum Abschluß, machen keine Verluste, sondern Gewinne mit Neubaugebieten. Als Beispiel führt er Hainburg an, das sein neues Rathaus für ca. 5 Millionen Euro voraussichtlich vollständig mit dem Verkauf von Grundstücken im Neubaugebiet finanzieren kann.

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