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Publiziert in Main-Kinzig-Kreis

Mehr Bildung durch Zukunftsinvestitionen

Main-Kinzig: Liberale fordern digitale Vorzeigeschule

Freitag, 25 Oktober 2019 15:32

Gelnhausen - „Wer die weltbeste Bildung haben will, muss die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Der muss in die Digitalisierung investieren“, weiß der ehemaligen Schuldezernenten der Stadt Hanau und jetzige ehrenamtliche Kreisbeigeordnete, Dr. Ralf-Rainer Piesold.

„Wir fordern mehr Investitionen in die Bildung, insbesondere in die Digitalisierung der Schulen. Daher ist es für uns absolut unverständlich, dass einzelne Schulträger die Hände in den Schoß legen und zunächst Initiativen vom Land Hessen fordern, bevor sie selbst in die Bildung des eigenen Landkreises investieren. Vielmehr sollte hier Wert auf ein koordiniertes Vorgehen gelegt werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag, Kolja Saß.

Das Land erfüllt – auch durch die Bundesmittel des Digital-Paktes schon eine wichtige Voraussetzung. Für die Liberale sei es unverständlich, dass die Mittel für Bildungsinvestitionen aber vom Kreis im Jahr 2021 um fast ein Drittel gekürzt werde.

„Im Haushalt des Main-Kinzig-Kreises wurden von SPD und CDU für Bildungsinvestitionen für das Jahr 2020 noch 32 Mio. € aber für das Jahr 2021 nur noch 20,4 Mio. € eingeplant. Die Ausrede des Landrates Stolz, dass dies durch den Ablauf der KIP-Mittel des Landes verursacht worden sei, kann man einfach nicht gelten lassen“, betont Saß und ergänzt erklärend: „Das Auslaufen des KIP–Programms muss nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung der Bildungsinvestitionen führen. Da das Haushaltsvolumen des Kreishaushaltes insgesamt steigt, hätte man jede Möglichkeit mehr Gelder in die Bildung zu stecken, wo Sie dringend benötigt werden!“

„Dass der Landrat erklärt, dass der Landkreis die gleichen Gelder wie in der Vergangenheit investiert ist bewusste Irreführung. Am Ende steht deutlich weniger Geld zur Verfügung, obwohl die Einnahmen steigen. Das ist schlicht unverantwortlich!“, macht Saß deutlich, dass die deutliche Reduzierung der Haushaltposten für die Bildung keinen politischer Pappenstiel darstellt.

Insgesamt verringert sich der prozentuelle Anteil an Bildungsinvestitionen im Haushalt deutlich. Die angesetzten 20,4 Mio. € sind lediglich noch 3% der Gesamtvolumen des Haushalts von 670 Mio.

„Diese drei Prozent sind ein schlechter Witz. Das sollte eigentlich jedem einleuchten“, erklärt Saß.

„An den Schulen des Main-Kinzig-Kreises ist eine optimale Anbindung an das Breitbandnetz inzwischen vorhanden. Für einen modernen digitalisierten Schulunterricht muss nun aber dringend die Schulinfrastruktur weiterentwickelt werden“, erinnert Saß an den Status Quo im Landkreis.

„Diese noch immer starken Defizite in der digitalen Ausstattung der Schulen müssen konzeptionell beseitigt werden. Daher schlagen wir als ersten Schritt eine „digitale Leuchtturmschule“ vor. In dieser Schule sollte in dem Bereich Digitalisierung besonders intensiv investiert werden und auch schwerpunktmäßig Informatikinhalte vermittelt werden. Hierzu haben wir einen Änderungsantrag zur kommenden Kreistagssitzung eingebracht“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Saß.

„Digitale Vorzeige- und Modellschulen haben insbesondere eine wichtige Funktion. In diesen werden Innovationen im pädagogischen Bereich erarbeitet von denen dann alle anderen Schulen entsprechend profitieren können“, meint Saß und ist fest davon überzeugt, dass die Eltern diese Initiativen begrüßen würden.

„Ich bin davon überzeugt, dass ein solches Projekt auch im Sinne des Landes Hessen ist. Der Kultusminister des Landes Hessen hat immerhin kürzlich verkündet, dass das Land Hessen, die Mittel des Digitalpaktes von sich aus um 25% erhöhen wird“, zeigt Dr. Piesold auf.

Vorerst stellt die FDP-Fraktion einen Änderungsantrag im Kreistag, dass die im Haushalt eingeplanten Mittel in Höhe von 1,8 Mio. € für den Kulturfonds zur Hälfte in die Bildung investiert werden und der Kulturfonds somit zu einem Kultur- und Zukunftsfonds aufgewertet wird. Diese 900.000€ wären ein wichtiges und notwendiges Signal, dass die Zukunft der Kinder doch noch einen hohen Stellenwert im Main-Kinzig-Kreis genießt“, stellt Kolja Saß den Vorschlag der Liberalen vor.

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