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Publiziert in Main-Kinzig-Kreis

Kredite, Soforthilfen, Entschädigungen

Main-Kinzig: FDP informiert in Videokonferenz über unternehmerische Möglichkeiten in Corona-Krise

Montag, 04 Mai 2020 22:09
Main-Kinzig: FDP informiert in Videokonferenz über unternehmerische Möglichkeiten in Corona-Krise Quelle: FDP MKK

Gelnhausen - Gemeinsam luden der FDP-Kreisverband und die FDP-Kreistagsfraktion Mitte April zu einer öffentlichen Online-Expertenrunde für alle Unternehmerinnen und Unternehmer ein. Unter dem Thema „Möglichkeiten für Unternehmen in der Coronakrise / Kredite, Soforthilfen, Entschädigungen“ konnten die Teilnehmer somit nicht nur aus erster Hand aktuelle Informationen erhalten, sondern sich auch direkt mit hochkarätigen Experten austauschen.

Zu den teilnehmenden Experten zählten:

  • Robert Lippmann (Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertags)
  • Dr. Ingo Wiedemeier (zukünftiger Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse / aktuell der Sparkasse Hanau)
  • Harald Nickel (Fachanwalt für Steuerrecht und Lehrbeauftragter für europäisches Vergaberecht)
  • Winfried Ottmann (Zuständiger Dezernent für Wirtschaftsförderung im Main-Kinzig-Kreis)

Begleitet wurden die Experten von den FDP-Landtagsabgeordneten:

  • Dr. hc Jörg Uwe Hahn (hessischer Landtagsvizepräsident und Justizminister a.D.)
  • Dr. Stefan Naas (Wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Hessen)

„Wir freuen uns, dass wir in so kurzer Zeit so viele Profis begeistern konnten dien Unternehmerinnen und Unternehmern des Main-Kinzig-Kreises, ohne eine Vergütung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, Kolja Saß

„Mit unserem neuen digitalen Angebot haben wir in kürzester Zeit mehr als 30 Teilnehmer aus Privatwirtschaft und Politik erreichen. Die Freien Demokraten zeigen, dass wir auch die Politik digitalisieren können und müssen“, stellt der FDP-Kreisvorsitzende Daniel Protzmann fest.

Einig waren sich die Experten in der positiven Bewertung, dass viele staatliche Fördermöglichkeiten so schnell bereitgestellt werden konnten, auch wenn es an vielen Stellen am Zugang zu den möglichen Hilfen und Förderungen hakt.

„Extrem viele Betriebe sind von der Corona-Pandemie betroffen. Dies zeigt eine entsprechende Märzumfrage der IHK sehr deutlich. Eine ganze Menge Maßnahmen gehen in die richtige Richtung. Viele Maßnahmen greifen aber noch nicht“, erklärt Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertags.

Dr. Ingo Wiedemeier erklärt, dass der Geschäftsbetrieb der Sparkasse Hanau aufrechterhalten werden kann. In der Kreditvergabe werden die Hilfsprogramme angewendet. Insbesondere die letzten Nachbesserungen an den Programmen der KFW führen zu erweiterten Möglichkeiten. Dennoch ist bei jeder Kreditvergabe, auch bei 100%iger Bürgschaft der KFW, durch die Bank/Sparkasse zu prüfen, dass die Kreditnehmer auch die Rückzahlung des Darlehens gewährleisten können: „Diese Beurteilung ist in wenig überschaubaren Zeiten besonders schwierig. Die aufsichtsbehördlichen Pflichten dazu wurden bislang nicht gelockert.“

Der Fachanwalt für Steuerrecht und Lehrbeauftragter für europäisches Vergaberecht, Harald Nickel, ist von einem Branchenverband beauftragt ein Rechtsgutachten zu der Entschädigungsfrage zu erstellen. Er ergänzt: „Ich gehe davon aus, dass Entschädigungszahlungen für Unternehmen, die schließen mussten, durchsetzbar sind. Allerdings würden die Prozesse Jahre dauern. Die Politik hat es allerdings in der Hand sich dieser Rechtsauffassung anschließen und damit eine Welle von Insolvenzen vermeiden.“

„Die Wirtschaftsförderung des Kreises ist mit allen Kräften dabei die Informationsangebote permanent zu aktualisieren und betroffene Unternehmen proaktiv zu Informieren. Das CoroNetz und sein Marktplatz wird bisher sehr gut angenommen und von den Unternehmen als hilfreich bewertet“, ergänzt der zuständige Dezernent für Wirtschaftsförderung im Main-Kinzig-Kreis, Winfried Ottmann.

Der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete und ehemalige Hanauer Wirtschaftsdezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold, bemängelte, dass die bisherige Vorgehensweise bei der Vergabe von Überbrückungskrediten und finanziellen Hilfen eher intransparent erschienen sind. „Wir brauchen einfache und klare Bedingungen, da sonst unsere Unternehmen in Schwierigkeiten kommen, erklärte er und begrüßte die Veranstaltung, als einen Schritt Klarheit diesbezüglich zu schaffen.

Es bedarf klare und einfach anwendbare Regeln, die für alle gleichermaßen eingeführt werden. Bestehende Regularien müssen auf aktuelle Umstände angepasst werden und zudem alles getan werden, um möglichst schnell auch die Wirtschaft bestmöglich durch die Coronakrise zu führen. In diesen Punkten sind sich die Experten wieder einig.

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