hessendepesche.de

Alkoholpräventionsprogramm „HaLT“ zeigt offenbar Früchte

Immer weniger Offenbacher Jugendliche kommen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus

Mittwoch, 04 Januar 2017 00:29
Immer weniger Offenbacher Jugendliche kommen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus Bildquelle: PIXABAY.COM

Offenbach am Main - Seit dem Jahr 2011 nimmt die Stadt Offenbach am Alkoholpräventionsprogramm „HaLT“ teil und unterstützte die Arbeit der Fachstelle für Suchtprävention beim Suchthilfezentrum Wildhof in den letzten beiden Jahren mit 7.500 Euro aus kommunalisierten Landesmitteln und 5.850 Euro aus städtischen Eigenmitteln. Zur Arbeit der Fachstelle gehören Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention sowie persönliche Gespräche mit Jugendlichen nach einer Alkoholvergiftung.

Eine dieser Präventionsmaßnahmen ist das Offenbacher „Gütesiegel für Feste“. Bei großen Festveranstaltungen verpflichten sich die Veranstalter zur Einhaltung des Jugendschutzes. Sie schenken gar keinen Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren aus und keine Spirituosen an unter 18-Jährige. Außerdem sorgen sie dafür, dass Alkohol nicht als billigstes Getränk angeboten wird und halten noch sieben weitere Regeln ein. Dafür erhält das ganze Fest – zuletzt der Weihnachtsmarkt – von der Stadt ein Gütesiegel. 

Diese und andere Maßnahmen des Jugendschutzes scheinen Früchte zu tragen. Zahlen des Landesamtes für Statistik in Wiesbaden belegen, dass immer weniger Offenbacher unter 18 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen. 

Seit dem Jahr 2012 gehen die Einweisungen wegen akuter Intoxikation durch Alkohol zurück. Damals waren es 25 Jugendliche, danach 20 im Jahr 2013, 13 im Jahr 2014 und 11 im Jahr 2015. Frank Weber, Abteilungsleiter beim Ordnungsamt für kommunale Prävention, Sauberkeit und Ordnung, sagt zu den Zahlen: „Es scheint demnach eine kontinuierliche Entwicklung zu sein, ein Trend zu weniger Konsum und zum bewussteren Umgang mit Alkohol.“ Ob sich dieser Trend fortsetze, müsse sich noch zeigen, da die Zahlen für 2016 erst Ende dieses Jahres veröffentlicht werden. 

Nach Webers Überzeugung bleibt Alkoholprävention trotz des erfreulichen Trends weiterhin wichtig. Zum Beispiel hätten sich erst Anfang Dezember vier 14- und 15-jährige Offenbacher Mädchen so betrunken, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. 

Zur Aufklärung finanziert der „Förderverein Sicheres Offenbach e.V.“ Workshops für Schulklassen, in denen mit den Schülern über die Risiken von Alkohol gesprochen wird. „Wir werben regelmäßig gemeinsam mit der Fachstelle für Suchtprävention bei Offenbacher Schulen für eine Buchung der Workshops zur Suchtprävention“, so Weber. „Erfreulicherweise haben mehr als 3.000 Schüler aus Offenbach seit 2011 an solchen Workshops im Unterricht teilgenommen.“  

Offenbach wird das Programm „HaLT“ auch im Jahr 2017 fortführen.

Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten