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Landtagsabgeordneter sieht in enger Regierungsanbindung von DITIP ein großes Integrationshemmnis

Hartmut Honka (CDU) fordert wegen türkischer Terroristen-Unterstützung Konsequenzen gegenüber DITIB

Freitag, 19 August 2016 10:25
Logo - DITIB Logo - DITIB Quelle: DITIB

Dreieich - Nachdem bekannt geworden ist, dass die Bundesregierung die Türkei für eine „zentrale Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen“ hält, fordert der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Honka Konsequenzen im Umgang mit dem türkischen Moscheenverband DITIB. Bisher sei die DITIB bei vielen politischen Akteuren in Deutschland ein gern gesehener Partner gewesen, „wenn es um die Belange von muslimischen Mitmenschen geht“.

Honka spricht nun aber von politischer Naivität im Umgang mit DITIB: „Nach der bekannt gewordenen Einschätzung der Bundesregierung, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierung bewusst und aktiv mit islamistischen und terroristischen Organisationen im Nahen und Mittleren Osten zusammenarbeiten, muss sich diese zum Teil blinde Naivität ändern. Denn noch immer hängt die DITIB über das Amt für religiöse Angelegenheiten (Diyanet Isleri Bakanligi) unmittelbar an genau dieser türkischen Regierung.“

Erst vor Kurzem hatte DITIB-Sprecher Zekeriya Altug die Verzahnung von DITIB und türkischer Religionsbehörde zugegeben und erklärt, dass DITIB auf lange Sicht finanziell unabhängigvon der Türkei werden wolle. Damit räumte er aber auch ein, dass bislang der türkische Staat der allmächtige Geld- und Richtliniengeber der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. ist, wofür das Kürzel DITIP auf Deutsch steht. 

Hartmut Honka sieht in der engen Regierungsanbindung von DITIP ein großes Integrationshemmnis: „Bisher bezahlt die türkische Regierung in jeder DITIB-Moschee den Imam. Dieser ist türkischer Beamter und wird für bis zu fünf Jahre in eine deutsche DITIB-Moschee entsandt. Dabei ist es häufig genug so, dass diese Imame weder Deutsch sprechen noch mit unserer Kultur vertraut sind.“

Die direkte Verbindung zwischen dem türkischen Präsidenten und der Terrororganisation Hamas muss nach Ansicht des CDU-Politikers aus Dreieich zu einer kritischen Beobachtung von DITIB und ihren Moscheen führen.

„Wir arbeiten bisher auf allen politischen Ebenen in Deutschland mit einer Organisation zusammen, die unmittelbar von einer Regierung abhängt, welche mit Terroristen zusammenarbeitet. Das muss Konsequenzen haben: Für den Integrationsbeirat des Bundes, die Zusammenarbeit der Bundesländer in Fragen des islamischen Religionsunterrichtes oder auch Gremien der kommunalen Ebene“, betont der Landtagsabgeordnete. 

Ein einfaches „Weiter so“ dürfe es nicht geben. In die türkischen Moscheen hierzulande gehörten nur die an deutschen Universitäten ausgebildeten islamischen Theologen und keine türkischen Beamten.

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