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Einflussreicher Ex-Commerzbanker

Wolfgang Steiger fördert Friedrich Merz und eine Renaissance der guten alten CDU

Sonntag, 29 November 2020 23:13
Der Hesse Wolfgang Steiger gilt als starker Mann des CDU Wirtschaftsrates und als enger Vertrauter zu Friedrich Merz Der Hesse Wolfgang Steiger gilt als starker Mann des CDU Wirtschaftsrates und als enger Vertrauter zu Friedrich Merz Quelle: Performance vertraulich

Rödermark - Wolfgang Steiger (Jahrgang 1964) ist der starke Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU. Wenn irgendwo von einer Renaissance der guten alten CDU geträumt wird, dann zählt Steiger sicher zum innersten Kreis. Der Hesse war anfänglich selbst Bundestagsabgeordneter, überließ dann aber seiner engen Freundin Patricia Lips die relative trockene Arbeit im Parlament und wurde oberster Lobbyist einer Union im Geiste Ludwig Erhards.

Wolfgang Steiger gilt als tiefgründiger Netzwerker. Ein Volkstribun war er nie. Der frühere Kopf der Commerzbank AG Klaus-Peter Müller wurde bald auf den jungen Wolfgang Steiger aufmerksam. Im Deutschen Bundestag zählte Steiger zu den Friedrich-Merz-Truppen. Diesem ist Steiger noch immer eng verbunden. Ein Zurück in die gute alte Zeit christliberaler Koalitionen wäre ganz in diesem Sinne. Auch die FDP kann gut mit Wolfgang Steiger. Doch der Zeitgeist ist eher linksgrün. Schaffen es Merz, Steiger und die anderen, die Union und damit auch Deutschland wieder auf einen anderen Weg zu bringen? Immerhin treibt selbst die CSU, lange ein Hort des Konservatismus, unter dem extrem umtriebigen Markus Söder in sehr algengrünes Fahrwasser.

Auch bei den Anti-Corona-Maßnahmen mahnt Wolfgang Steiger zu mehr Freiheiten und einem vernünftigen Umgang mit den europäischen Nachbarn. In Österreich kam es zuletzt sehr schlecht an, dass allen voran Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) immer wieder ins Horn stieß, die schlechten Coronazahlen seines Bundeslandes wären der Nähe zu Österreich geschuldet. Wenn Söder nun mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Winterurlaub in den Alpen unterbinden möchte, dann entspricht der wirtschaftliche Schaden an der österreichischen Volkswirtschaft dem als dürfte Deutschland bis zum Frühjahr keine Autos mehr produzieren und verkaufen.

Das Deutschland Merkels und Söders wirkt arg bevormundend.

Und für Wolfgang Steiger ist auch klar: „Die Skiurlauber sind alle an der frischen Luft und können in den Übernachtungsbetrieben auf Distanz gehalten werden.“ Gegenüber der BILD erklärte Steiger nun: Umso dringender müsse die Politik „Hunderttausende Reiserückkehrer“ ins Blickfeld nehmen, die „aus Ländern mit vielfach höheren Infektionsraten als in Deutschland“ nach den Weihnachtsferien zurückkehren. „Wenn das nicht geschieht, laufen wir dann wieder in eine neue Infektionswelle wie nach den Sommerferien hinein“, betont Steiger.
Grundsätzlich glaube, so BILD, der CDU-Politiker, dass der Einfluss der Politik auf diese Personengruppe kleiner ist als auf Wintersportler. Und weiter: „Ob man sich bei Familienfeiern zu Hause – in einem Land mit 300 und mehr Neuinfektionen auf Hunderttausend Einwohner – an deutsche Empfehlungen hält, ist weniger realistisch.“ Steiger nennt als Beispiele die Türkei, Polen, Tschechien, Serbien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Litauen.

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