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SPD contra radikale Abtreibungsgegner

Kassel: SPD ruft zur Demo gegen Treffen von Abtreibungs-Fundamentalisten auf

Donnerstag, 14 November 2019 19:53
Ramona Kopec vom SPD Unterbezirk Kassel Ramona Kopec vom SPD Unterbezirk Kassel Quelle: SPD Kassel

Kassel - Die SPD Kassel ruft zum Protest gegen einen Kongress fundamentaler Abtreibungsgegner in Kassel auf. Die Sozialdemokraten stellen sich damit gegen eine Veranstaltung des „Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen“ (TCLG) am Samstag in Kassel. „Die Abtreibungs-Fundamentalisten des TCLG wollen die 50er Jahre widerherstellen“, sagte SPD-Vorstandsmitglied Ramonca Kopec am Donnerstag. Hinter der Fassade der vermeintlichen Familienhilfe stehe der Versuch, Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung streitig zu machen.

„Dass Frauen seit 1995 selbst über den eigenen Körper bestimmen dürfen, ist vielleicht die wichtigste Errungenschaft der deutschen Frauenbewegung“, so Kopec.

Die radikalen Abtreibungsgegner des TCLG gehören zum „Bundesverband Lebensrecht“ (BLV), der ein vollständiges Verbot von Abtreibungen fordert. Die Verbände verbreiten im Internet Texte, in denen von einem angeblichen „Feldzug der Homosexualisierung“ die Rede ist und eine „christliche Kulturrevolution“ gefordert wird. In der sogenannten Pro-Life-Bewegung, die christlich-konservativen Kreisen in den USA entstammt, werden vielfach selbst Verhütungsmittel wie die Pille und Kondome abgelehnt. „Diese konservativen Moralvorstellungen gehören in die Mottenkiste der Geschichte“, so Kopec über die Forderungen der radikalen Abtreibungsgegner.

„Es ist traurig, im 21. Jahrhundert immer noch für Selbstverständlichkeiten wie die körperliche und sexuelle Selbstbestimmung, für geschlechtliche Vielfalt und die Gleichberechtigung der Geschlechter kämpfen zu müssen“, sagte Kopec. Die SPD ruft zusammen mit anderen politischen Organisationen in Kassel dazu auf, am Samstag „Seite an Seite für die freiheitliche und gerechte Gesellschaft zu streiten, die unsere Mütter und Großmütter erkämpft haben.“

Die Auftaktkundgebung unter dem Motto "Kein Bock auf Fundis – Für ein selbstbestimmtes Leben" startet am 16.11.2019 um 09.30 Uhr an der Kleinen Rosenstraße vor dem Friedenshof. Um 11.30 Uhr soll die Demonstration von der Kleinen Rosenstraße bis zum Opernplatz ziehen. Auf dem Opernplatz soll es um 12.30 Uhr eine Abschlusskundgebung geben.

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