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Eröffnungstermin wackelt

Großflughafen Berlin/Brandenburg: Landkreis verfügt Baustopp am BER

Freitag, 25 September 2015 00:02
Großflughafen Berlin/Brandenburg: Landkreis verfügt Baustopp am BER Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Berlin - Der BER-Großflughafen kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem eine für die Fortsetzung des Baus wichtige Firma Insolvenz anmelden musste und Technikchef Jörg Marks einräumen musste, dass sich das Bauende um vier Monate verzögern wird, sind nun Statikprobleme bekannt geworden.

So soll ein Dachschaden am Terminal vorliegen. In den Jahren 2011 und 2012 wurden Ventilatoren eingebaut, die für die Dachkonstruktion deutlich zu schwer sind. In drei von 20 Deckenabschnitten sollen zu schwere Ventilatoren angebracht worden sein.

Nun soll die Flughafengesellschaft einen Bericht vorlegen, in dem deutlich wird, warum diese Ventilatoren angebracht wurden und wer dafür die Verantwortung trägt. Auch wollen die Aufsichtsräte die notwendigen Maßnahmen zur Sicherstellung der Terminal-Statik und die möglichen Auswirkungen auf den Zeitplan und die Kosten vorgelegt bekommen.

Bis auf weiteres hat der Landkreis Dahme-Spreewald nun einen Baustopp verhängt. Der Baustopp könne erst aufgehoben werden, wenn ein Prüfingenieur die Standsicherheit geprüft und nachgewiesen habe.

Auch die Kostenfrage ist bisher ungeklärt. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg hatten im vergangenen Jahr zwar beschlossen, weitere 2,2 Milliarden Euro in den BER investieren zu wollen. Doch die Gelder wurden von der EU-Kommission bisher nicht freigegeben, weil sich das sogenannte Notifizierungsverfahren länger hinzieht als erwartet. Die EU-Kommission erwartet weitere Unterlagen, weil in Brüssel die Zweifel wachsen, ob weitere 2,2 Milliarden Euro noch mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sind.

Der Baustopp wird definitiv Auswirkungen auf das Bauende und damit den Eröffnungstermin haben. Der BER ist für Deutschland und die Region Berlin-Brandenburg schon längst zur internationalen Lachnummer geworden. Mit dem Kürzel BER verbindet sich mittlerweile ein schwerer Imageschaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der BER steht international für Pleiten, Pech und Pannen.

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