hessen-depesche.de

Nach vermummter Veranstaltungsblockade in Göttingen:

„Fridays for Future“ distanziert sich nicht

Montag, 28 Oktober 2019 12:52

Göttingen - Ebenso wie die AfD als gesellschaftliches Phänomen rechts der Mitte mit Avancen und Unterwanderungsversuchen aus dem rechtsextremen Spektrum zu kämpfen hat, muss sich auch die linke Umweltbewegung “Fridays for Future” auf der anderen Seite mit linksextremen Aktivisten auseinandersetzen, die die populäre Schülerbewegung als Plattform für ihre Thesen missbrauchen wollen.

Zusammenarbeit mit „Ende Gelände“-Extremisten

Bislang ist das der Bewegung offen gestanden nicht besonders gut gelungen. So entschied man sich etwa dafür, mit der vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuften „Ende Gelände“-Bewegung, die sich zum Teil auch mit kriminellen Methoden gegen Kohlekraftwerke stemmt, zusammenzuarbeiten.

Sympathien für PKK-nahe Kurdenmilizen

Während bereit frühzeitig die Umweltschutzforderungen mit genereller Systemkritik vor allem auch am „Kapitalismus“ verbunden wurden, erfolgt nun auch langsam eine thematische Verbreiterung von „Fridays for Future“ weg vom Umweltschutz. In den letzten Wochen standen zahlreiche Aktionen unter dem Zeichen der Solidarität mit den Kurden in Nordsyrien, die dort eine Art Räterepublik etabliert haben, die zahlreiche Linksextreme aus der ganzen Welt für vorbildlich erachten.

Vermummter Protest mit der Antifa gegen Thomas De Maizière

In diesem Zusammenhang wurde in Göttingen kürzlich eine Lesung vom ehemaligen Innenminister Thomas De Maizière verhindert. In der für ihre militante linke Szene bekannten Stadt hatten sich dutzende teilweise vermummte Linksextreme versammelt, Besucher bedrängt, Eingänge versperrt, Parolen skandiert und letzten Endes die Veranstaltung auf diesem Wege verhindert. Teilnehmer berichten davon, dass sie allein auf Grund ihrer traditionellen Kleidung von aggressiven Protestlern als „Rechte“ identifiziert und bedrängt und angerempelt wurden. Für Aufsehen sorgte, dass ein Plakat der lokalen „Fridays for Future“-Ortsgruppe von teilweise vermummten jungen Männern gehalten wurde, die an der Aktion aktiv teilnahmen. Auf Nachfrage der WELT erklärten die Pressesprecher von „Fridays for Future“ nun, sie seien „weit davon entfernt“, sich von der aggressiven gemeinsamen Aktion mit Linksextremen zu distanzieren. Noch verrückter erschien derweil die Reaktion der Öko-Ortsgruppe, die Thomas De Maizière als klimagefährdenden Rechtspopulisten darstellte.

Parteienforscher Oskar Niedermayer: „Fridays for Future“ könnte Grünen schaden

Derweil geht der renommierte Parteienforscher Oskar Niedermayer davon aus, dass die radikalen Forderungen und das Auftreten von „Fridays for Future“, letzten Endes den Grünen empfindlich schaden könnte. Wähler könnten zunehmend abgeschreckt werden. Ein erster Beleg für diese These könnten die Landtagswahlen in Thüringen gewesen sein. Dort verloren die Grünen sogar im Vergleich zur letzten Landtagswahl mehr als einen halben Prozentpunkt und kämpften um den Wiedereinzug.

Artikel bewerten
(4 Stimmen)
Schlagwörter:
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten